Es ist ein Thema, das polarisiert: die gezielte Totung von Wolfen, wie sie von der brandenburgischen Landesregierung angeregt wurde. Das Bundesland weist die hochste Wolfsdichte bundesweit auf. Immer wieder reißen die Raubtiere Schafe, Kalber und Ponys – selbst bei geschutzten Herden. Teilweise dringen Wolfe sogar in Stalle ein. In den vergangenen zehn Jahren ist die Zahl der Rinder in Brandenburg dadurch um mehr als zwanzig Prozent gesunken. Vor allem Jungtiere werden auf bestialische Weise getotet.

Artenschützer setzen sich für den Erhalt der Wölfe ein – am gestrigen Montag ist die „Allianz Wolf Brandenburg“ von Potsdam aus zu einem rund 200 Kilometer langen „Schutzmarsch für Wölfe“ aufgebrochen. Damit will man gegen den abgeschwächten Schutzstatus des Wolfes protestieren. Alfons-Josef Wolff, Bundessprecher der FREIEN BAUERN, der unabhängigen Interessenvertretung bäuerlicher Familienbetriebe, hält dagegen: „Eine vernünftige Regulation des Wolfes bedeutet nicht seine Ausrottung. Sondern: Es muss zu einem vernünftigen Maß an Wölfen kommen.“

Der Wolf muss ins Jagdrecht aufgenommen werden, damit er gezielt reguliert werden kann. So schützen wir Menschen, Weidetiere und unsere Kulturlandschaft, während zugleich ein gesunder Erhaltungszustand des Wolfsbestandes gewährleistet bleibt.